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Effekte und Erfolge der Kardiologischen Rehabilitation

Kürzlich erschien in dem renommierten "New England Journal of Medicine" ein Artikel, der den Rückgang der Sterblichkeit in den USA an den Folgen einer koronaren Herzkrankheit wie z. B. einem Herzinfarkt beschreibt. Demnach ist es in den letzten 20 Jahren sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu einem Rückgang der Mortalität von ungefähr 50 % gekommen (1. Abbildung). Das heißt allerdings nicht, dass die Herzinfarkthäufigkeit zurückgegangen ist.

Mit einem Rechenmodell (U. S. Impact Model) lassen sich 91 % des Rückgangs der Sterblichkeit erklären, wie die 2. Abbildung zeigt. Danach sind 47 % der Erfolge durch Veränderungen in der medizinischen Versorgung bedingt, also durch eine bessere Akutversorgung, durch Rehabilitationsmaßnahmen und eine konsequente sekundärpräventive Medikation. 44 % des Rückgangs lassen sich durch Veränderungen des Risikoprofils erklären, also durch die Nikotinaufgabe, die Steigerung der körperlichen Aktivität, die Blutdrucksenkung und die Reduzierung des Cholesterinspiegels sowie auch durch eine Reduktion von Übergewicht, also durch rein präventive Maßnahmen. Wie die 3. Abbildung zeigt, sind die Effekte einer kardiologischen Rehabilitationsbehandlung bemerkenswert. Die Gesamtsterblichkeit, die Sterblichkeit an Herz-Kreislauferkrankungen, das Wiederauftreten von Herzinfarkten, eine Bypassoperation oder eine PTCA, all diese Dinge lassen sich durch eine kardiologische Rehabilitationsbehandlung reduzieren.

In der Klinik Königsfeld haben wir an dem TROL Register teilgenommen. Das TROL Register hat in anonymisierter Form von vielen Patienten nach durchgemachtem Herzinfarkt medizinische Daten während der Rehabilitationsbehandlung erfasst. Exemplarisch zeigen zwei Abbildungen einzelne Ergebnisse. So lässt sich feststellen, dass Patienten der Klinik Königsfeld im Vergleich zu anderen Kliniken häufiger Raucher und Ex-Raucher sind und häufiger eine positive Familienanamnese haben, d. h. eine genetische Disposition für eine koronare Herzkrankheit. Dann geht es darum, inwieweit Risikofaktoren wie die Blutfettwerte während der Rehabilitation gesenkt werden können. Die letzte Abbildung zeigt, dass sowohl das Gesamtcholesterin als auch das LDL Cholesterin und auch die Triglyceridwerte während der Rehabilitationsbehandlung sowohl in der Klinik Königsfeld als auch in den anderen Rehabilitationskliniken deutlich gesenkt werden konnten. Bekanntermaßen wird nach einem Herzinfarkt ein LDL Cholesterinspiegel von unter 100 angestrebt. Das wurde während der Rehabilitationsbehandlung in der Klinik Königsfeld bei 78,5 % der Patienten erreicht. Zu Beginn der Rehabilitation war das nur bei 42,9 % der Patienten der Fall. Aber auch in den anderen Rehabilitationskliniken sind die Ergebnisse ähnlich gut.

(Prof. Dr. Marthin Karoff)


Klinik Königsfeld